• Diagnose Rachenkrebs © designer491, Adobe Stock

    Diagnose Rachenkrebs © designer491, AdobeStock

     

Rückfälle bei Kopf-Hals-Tumoren durch häufige Nachuntersuchungen frühzeitig erkennen

fzm, Stuttgart/New York, September 2019 – Patienten mit Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich können trotz Operation und Chemotherapie einen Rückfall erleiden. Regelmäßige Nachuntersuchungen sollen sicherstellen, dass wiederkehrende Tumore frühzeitig erkannt werden. Dr. Ryosuke Kitoh und sein Team der Shinshu University in Nagano, Japan, haben die Nachsorgeprotokolle von Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren an ihrer Universitätsklinik ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass durch eine enge Verlaufskontrolle in den ersten zwei Jahren – einschließlich häufiger Nachuntersuchung und umfangreicher bildgebender Diagnostik – Rezidive frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden können, wodurch die Überlebenschancen der Patienten steigen. Ihre Ergebnisse haben die Experten kürzlich im „International Journal of Practical Otolaryngology“ (Thieme International, New York. 2019) veröffentlicht.

Ziel der Nachsorge von Patienten, die wegen eines Kopf-Hals-Tumors behandelt wurden, ist die Früherkennung und zeitnahe Therapie von erneuten Krebserkrankungen, sogenannten Rezidiven. Über die Art und die Häufigkeit dieser Nachuntersuchungen wird in Fachkreisen viel diskutiert. Die Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN), USA, empfehlen beispielsweise medizinische Untersuchungen und Basisaufnahmen in weiten Abständen, darüber hinaus jedoch keine regelmäßige bildgebende Diagnostik. Die aktuelle Studie von Dr. Kitoh et al. legt jedoch nahe, dass häufigere medizinische Untersuchungen und eine umfassendere Bildgebung zu einer frühen Diagnose einer erneuten Krebserkrankung und dadurch zu einer verbesserten Prognose für die Patienten beitragen kann.

Die 187 Patienten der Studie wurden monatlich klinisch untersucht und es wurden regelmäßig sowohl Computertomographien (CT) als auch Positronen-Emissions-Tomographien (PET/CT) erstellt. Bei mehr als 90 Prozent der 45 Patienten, die erneut an Krebs erkrankten, wurde das Rezidiv innerhalb von zwei Jahren nach der Erstbehandlung diagnostiziert. Die Diagnose stellte der Arzt entweder an Hand der körperlichen Untersuchung oder der Bildaufnahmen. Teilweise klagten die Patienten bereits über Beschwerden.

Das Rezidiv trat bei elf Patienten lokal in der Kopf-Hals-Region auf, während jeweils 17 Patienten Krebszellen in den zervikalen Lymphknoten oder Fernmetastasen entwickelten. Das lokale Rezidiv wurde meist durch eine klinische Untersuchung festgestellt. Bei mehr als der Hälfte der Patienten mit zervikalem Lymphknotenkrebs konnte die Diagnose mithilfe bildgebender Verfahren gestellt werden. Um Fernmetastasen zu erkennen, waren die Aufnahmen des PET/CT entscheidend, so die Experten.

Die Prognose für Patienten, bei denen ein Rezidiv durch Untersuchung oder Bildgebung diagnostiziert wurde, war besser als die für Patienten mit subjektiven Symptomen. 60 Prozent der Patienten, deren Krebserkrankung bei einer medizinischen Untersuchung festgestellt wurde, galten nach der Folgebehandlung als krankheitsfrei. Bei den Patienten, die bereits an subjektiven Symptomen litten, waren es nur 14 Prozent. Nach der Diagnose betrug die mittlere Überlebenszeit der Gruppe mit subjektiven Symptomen 2,5 Monate. Patienten, deren Erkrankung bei der Untersuchung oder mithilfe der Aufnahmen diagnostiziert wurde, lebten durchschnittlich 27 oder 22 Monate.

Einzig und allein Patienten, bei denen das Rezidiv chirurgisch entfernt werden konnte, galten im Anschluss als krankheitsfrei. Daher halten es die Forscher für entscheidend, dass wiederkehrende Tumore so früh diagnostiziert werden, dass eine Rettungsoperation (Salvage Surgery) infrage kommt. Die Experten sind sich dabei bewusst, dass häufige Untersuchungen und periodische Bildgebung die Lebensqualität der Patienten beeinflussen.

Ryosuke Kitoh et al.:
Investigation of Recurrent Cases of Head and Neck Cancer after Initial Treatment
Int J Pract Otolaryngol 2019;2: e11–e17. 

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